Georgische und Deutsche Schule im Vergleich

15 Juni 2015 Jahr

Ich habe mich gewundert, dass mein Gastgeber über die Schulformen in Deutschland erzählt hat. Es stellte sich heraus, dass es in Deutschland verschiedene Schultypen gibt. Schüler gehen mit 6 Jahren in die Grundschule, nach 4 Jahren kann man eine Schulform nach seinen Leistungen auswählen und in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium weiter lernen, wobei das Gymnasium für die besten Schüler ist. Solche Schulformen gibt es in Georgien nicht. Hier gibt es Privatschulen und öffentliche Mittelschulen. Privatschulen in beiden Ländern sind gebührenpflichtig.

Die georgischen Schüler bereiteten typische Georgische Speisen zu. Hier etwa Badrijani.

Beide Schulgebäude, das der Euro-2000 und der Bismarkschule, sehen schön aus. Die erste ist neunstöckiges, gelbes Gebäude, das höher und schmaler ist. Das finde ich eigentlich schlimm, weil man ganze Zeit nach oben und unten die Treppen laufen muss. Schuluniform ist in Euro-2000 das wichtigste Problem. Hier soll man graue Hose und ein weißes Hemd tragen, was die Schüler hier nicht besonders mögen. In der Bismarkschule tragen die Schüler das, was sie wollen. Man achtet nicht auf die Kleidung.

Ich habe im Bismark Gymnasium einige Tage den Unterricht besucht. In Deutschland habe ich gemerkt, dass da die Schüler eher passiv sind. Sie sagen nichts, bis der Lehrer es ihnen nicht erlaubt und hören sehr aufmerksam zu. In Elmshorn und in Batumi lernt man auch ganz unterschiedliche Fächer. Zum Beispiel, lernen wir hier Georgisch, Naturwissenschaften, Technische Fächer, Geisterwissenschaften und 3 Fremdsprachen: Russisch, Deutsch und Englisch. Man darf nicht außer Acht lassen, dass in Deutschland die Schüler die Fächer lernen, die man in Georgien an den Universitäten studiert. Das sind zum Beispiel Wirtschaft und Politik, Religion oder Philosophie. Die Sprachen betreffend, lernen sie Englisch und sollen wählen zwischen Russisch und Spanisch, Latein und Französisch. Für verschiedene Fächer haben sie auch verschiede Räume zur Verfügung. In den Physik- und Chemieräumen haben wir Experimente gemacht. Im Musikraum gab es verschiedene Instrumenten, was ich sehr bewundert habe.

Wie ich herausgefunden habe, gibt es auch unterschiedliche Notensysteme in Georgien und Deutschland. An allen Schulen in Deutschland gibt es Noten von 1 (sehr gut) bis 6 (schlecht). Gute Noten spielen eine wichtige Rolle im Leben eines Schülers, denn sie bestimmen, ob er nach Schulabschluss eine Lehrstelle oder einen Studienplatz bekommt. In Georgischen Schulen gibt es ganz anderes Bewertungssystem, von 1 bis 10, und die Noten haben wenig Einfluss auf das Zeugnis und spielen keine Rolle bei der Aufnahme an den Hochschulen, da dafür extra Prüfungen geschrieben werden.

In Georgien haben Schüler und Lehrer sehr offene Beziehungen. Das kann man nicht über Deutschland sagen. Die Lehrer sind dort sehr distanziert. Meine Gastgeberschülerin wusste zum Beispiel den Vornamen von ihrem Russischlehrer nicht. Beide Schulen, beziehungsweise Schulsysteme, finde ich jeweils interessant. Was ich am deutschen System nicht gut finde, sind die verschiedenen Schulformen und das Wechseln der Schulen. Mir gefällt auch nicht, dass Beziehungen zwischen den Lehrkräften und Schülern kalt sind. Vielleicht weil ich immer offen und aktiv im Unterricht bin und es überhaupt anders gewöhnt bin.

Meines Erachtens ist auch vieles in unserem Schulsystem zu ändern, wie zum Beispiel Schuluniform in den Schulen, Einfluss der Noten auf Zeugnis und Studienplatz oder Fächer in der Oberstufe. Ich wünsche mir, dass wir so wie in Deutschland ernste Fächer wie Wirtschaft und Politik, Philosophie, Religion und andere lernen können und Pflicht und Wahlfächer haben. Nur so können wir eine ähnliche Ausbildung bekommen wie in Deutschaland und hoffentlich wird dann in Deutschland unser Abitur anerkannt.

Keti Pevadze vor dem Lübecker Burgkloster

 
 

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